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Verschleißfreie Schaltung von elektrischen Heizungen mit Thyristorschaltern
Um Lasten verschleißfrei zu schalten, verwendet man elektronische Schaltelemente,
so genannte Thyristorschalter oder Thyristorsteller. Der Unterschied
zwischen Thyristorschaltern und ~stellern ist im Wesentlichen, dass
die Steller intelligenter sind und neben einer einfacheren Ansteuerung
noch diverse Überwachungs- und Regelungsfunktionen beinhalten können.
Das Grundprinzip der Lastschaltung ist aber bei beiden Typen gleich.
Es gibt zwei wesentlich unterschiedliche Schaltungsmöglichkeiten: der
Pulsgruppenbetrieb, bei dem immer ganze Halbwellen der Wechselspannung
durchgeschaltet bzw. gesperrt werden und die Phasenanschnittschaltung.
Bei dreiphasigen Heizungen findet (fast) immer der Pulsgruppenbetrieb
Anwendung, weil hierbei der Schaltungsaufwand und die Netzstörungen
geringer sind als bei der Phasenanschnittschaltung. Bei der letzteren
Variante werden für Drehstromnetze drei Thyristoren benötigt (sonst
reichen zwei) und eine Last in Sternschaltung (sonst geht auch eine
Dreieckschaltung).
Die Spannung wird im Regelbetrieb zu einem gewissen Anteil ein-
und ausgeschaltet. Werden von den 100 Halbwellen in jeder Sekunde
(bei 50 Hz) einzelne Halbwellen ein- oder ausgeschaltet, ist ein
prozentgenaues Anpassen der Leistung möglich. Wie schnell man ein-
und ausschalten muss, hängt von der Trägheit der Heizung ab. Da die
Trägheit elektrischer Heizungen oft im zweistelligen Sekunden oder gar
Minutenbereich liegt, kann die Periodendauer der Pulsgruppe entsprechend
auch deutlich mehr als die oben genannte Sekunde eingestellt werden,
ohne dass die Wärmeabgabe dies erkennen lässt. Über die Trägheit der
Heizung wird die diskontinuierliche (elektrische) Leistungsaufnahme
sozusagen gemittelt abgegeben.
Da die Stromaufnahme der Heizung über das Ohm’sche Gesetz direkt
von der Spannung abhängt, tritt natürlich auf dem Netz ein periodischer
Stromfluss auf, der mit den Einschaltzeiten des Thyristorschalters korreliert.
Das ist beim Schalten der Lasten mit Schaltschützen im Prinzip genau
so, der Unterschied liegt aber darin, dass mechanische Schalter nur
eine begrenzte Lebensdauer (Größenordnung 100.000 Schaltspiele) haben.
Schaltet man in jeder Minute einmal hin und her, bedeutet das, dass die
Lebensdauer schon nach gut zwei Monaten erreicht ist und das Schütz
ausgetauscht werden muss! Bei Thyristorschaltern tritt dieses Problem
nicht auf (sie verschleißen praktisch nicht). Dafür haben sie drei
andere Nachteile: sie benötigen teurere (weil schnellere) Sicherungen,
sie haben eine größere Verlustleistung (Größenordnung ein Watt pro Ampere
je Thyristor) und sie trennen nicht komplett vom Netz (es fließt immer
ein Reststrom in der Größenordnung von mehreren zehn Milliampere).
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